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Rating

Rating ist vom englischen Wort "to rate" abgeleitet und bedeutet so viel wie "bewerten, einschätzen, einstufen oder klassifizieren".

Banken verbinden mit dem Begriff Rating vor allem ein Instrument zur Einschätzung der Kreditwürdigkeit eines Unternehmens. Ratingverfahren leiten die Wahrscheinlichkeit ab, mit der ein Kreditnehmer seine Verbindlichkeiten vollständig und pünktlich bezahlen wird. Im Bankwesen erfolgt die Einordnung der Schuldnerqualität nach bankeigenen Kriterien („internes Rating“) oder wird von international tätigen Ratingagenturen wie Moody's, Standard & Poor's, Fitch oder DBRS („externes Rating“) vorgenommen. Neben diesen großen internationalen Agenturen, die zusammen über 85 % des weltweiten Ratingmarktes abdecken, existieren inzwischen in fast allen Ländern national operierende Ratingagenturen. Daneben gibt es kleinere Ratingagenturen, die sich auf die Beurteilung der Bonität in bestimmten Geschäftsbereichen spezialisiert haben (etwa Banken, Versicherungen).

Moody's S&P Beschreibung der Bonität
Aaa AAA erstklassig
Aa1 AA+  
Aa2 AA hochgradig
Aa3 AA-  
A1 A+  
A2 A überdurchschnittlich
A3 A-  
Baa1 BBB+  
Baa2 BBB durchschnittlich
Baa3 BBB-  
Ba1 BB+  
Ba2 BB spekulativ
Ba3 BB-  
B1 B+  
B2 B sehr spekulativ
B3 B-  
Caa CCC+ beachtliche Risiken
Ca CCC extrem spekulativ
C CCC- schlecht, wenig Hoffnung auf Erholung
  D sehr schlecht
Ratingtabelle der Ratingagenturen Moody's und Standard & Poors

Beim internen Bankrating wie auch dem von den genannten Agenturen angebotenen externen Rating werden mittels mathematisch-statistischer Verfahren Ausfallswahrscheinlichkeiten anhand von Ausfallsmerkmalen errechnet und in Ratingklassen eingeteilt, die mit Ratingcodes abgekürzt werden. Beispielsweise steht AAA (englisch ausgesprochen: triple A) für höchste Bonität, C oder gar D dagegen für eine sehr schlechte. Die einzelnen Kategoriebezeichnungen unterscheiden sich von Agentur zu Agentur. So verwendet Moody's Zahlen als Zusatz, zum Beispiel A1, A2, A3, während bei Standard & Poor’s ein „+“ oder „-“ angefügt wird. Kreditinstitute nutzen für die Bewertung ihrer Firmenkunden in der Regel eigene numerische Codes zur Einteilung der Ratingklassen.

Im Besonderen - Unternehmen zu Banken

Rating ist nicht gleichzusetzen mit der Unternehmensbewertung, die eine Aussage über den Gesamtwert des Unternehmers zum Ziel hat.

Kreditrating nur mit Kreditzinsen in Verbindung zu bringen, ist zu kurz gegriffen. Vielmehr bietet Rating die Chance, die Ergebnisse für das eigene Unternehmen nutzbar zu machen, Handlungsmöglichkeiten zu bewerten und das Unternehmen einem ständigen Check zu unterziehen.

Somit ist Rating auch ein wichtiges Element einer zukunftsorientierten Unternehmensentwicklung. Rating ist ein Thema, dem sich in Zukunft kein Unternehmen mehr entziehen kann, das sich über Bankkredite finanziert. Dabei schreiben nicht nur die zukünftigen Eigenkapitalbestimmungen aus Basel Kreditinstituten den Einsatz von externen oder internen Ratingsystemen vor, bereits heute bestehen gesetzliche Vorgaben zur Risikosteuerung in § 25 a Kreditwesengesetz oder das Gebot der kaufmännischen Vorsicht in § 252 Handelsgesetzbuch. Ein Blick auf die Insolvenzstatistik verdeutlicht die Notwendigkeit einer verstärkten Risikoüberwachung

Ratingverfahren sind Instrumente der Unternehmensanalyse und der Gewinnung von zeitnahen Informationen über die Bonität von Unternehmen.

Sie dienen vielmehr durch die Einbeziehung von Faktoren aus verschiedenen Leistungsbereichen des zu untersuchenden Unternehmens der Darstellung des aktuellen Bonitätsstatus des Kreditnehmers. Dennoch lässt sich durch eine Beobachtung der zum Rating führenden Merkmale eine Trendaussage über die Wahrscheinlichkeit von Leistungsstörungen im Engagement bzw. über die Zukunftsfähigkeit des Kreditnehmers ableiten.

Das hieraus mögliche regelmäßige Feedback der Bank gegenüber ihren Kunden, gestützt auf eine breite Datenbasis und auf die fundierte Erfahrung der Kreditberater, ist gleichzeitig die Chance für Kreditinstitute und Kreditnehmer, das gegenseitige Vertrauen auf eine neue Grundlage zu stellen.

Der mittelständische Kunde erwartet heute nicht nur eine strategische Beratung in Finanzierungsfragen und innovative Finanzierungskonzepte, sondern auch eine aktive Begleitung seiner Unternehmensentwicklung. Da dies natürlich auch im Interesse des Kreditinstituts liegt, sollten der Ratingprozess und die Ratingergebnisse gemeinsam von Kundenbetreuer und Kunden aktiv dazu genutzt werden, die Zukunftsfähigkeit des Unternehmens sicherzustellen.

Notwendige Unterlagen für die Bank

  • Beschreibung Ihres Investitionsvorhabens
  • Investitionsplanung (bei geplanten Investitionen)
  • Liquiditätsvorschau
  • Aktuelle Aufstellung des Forderungs- und Warenbestandes
  • Umsatz-, Kosten- und Ertragsplanung für die kommenden ein bis drei Jahre
  • Jahresabschlüsse der letzten drei Jahre (gilt nicht für Existenzgründer)
  • Aktuelle Betriebswirtschaftliche Auswertung (kurz:BWA) sowie die BWA zum Ende des letzten Geschäftsjahres
  • Unterlagen zu den Kreditsicherheiten (z. B. Grundstücksunterlagen, Wertgutachten, Feuerversicherungsschein)
  • Vermögens- und Schuldenaufstellung
  • Aktuelle Aufstellung mit den Angaben zu den wichtigsten Verbindlichkeiten (sog. Kreditspiegel)
  • Handelsregisterauszüge
  • Versicherungsunterlagen
  • Letzte Einkommensteuererklärung und -bescheid
  • Gesellschaftsverträge (soweit vorhanden)
  • Ehevertrag (falls vorhanden)
  • Weitere Unterlagen in Abhängigkeit von der Art Ihres Unternehmens bzw. Ihres Vorhabens